Schon wieder ist wenig passiert und mir fällt nicht wirklich ein, etwas zu schreiben - aber ich habe mich trotzdem aufgerafft, mal wieder einen Post zu verfassen.
Bisher habe ich das Gefühl, nicht wirklich viel zu sein oder zu machen - ich bin ein Mensch, der stets in Extremen lebt, entweder totale Isolation von Gefühlen oder eine extreme Aggression in mir. Keine Ahnung, ich verfüge sicherlich auch noch über andererlei emotionale Regungen, aber bis dato ist das einzige, was mir stets im Gedächtnis haften bleibt, die Wut. In letzter Zeit schwimme ich eher in ersterem Extrem, ich lebe so vor mich hin, bin weder sonderlich glücklich noch traurig, mache zwar nicht viel für die Schule, aber durch die Tatsache, dass meine Wenigkeit nicht wirklich befähigt ist, sich in Manie zu entfalten, haben sich meine Leistungen doch gebessert. Einerseits ist das gut, andererseits fehlt mir diese völlige Destruktion in meinem Kopf - ich will nicht sagen, dass ich mich in Ebenen zurückwünsche, als ich mir am liebsten den Kopf an der Wand zu Brei geschlagen hätte, aber ... ich erinnere mich dort als kreativen Menschen. Damals - wie das klingt! - war ich noch voller Ideen, vor allem bezüglich des Schreibens - wobei sich hierbei nicht meine eigene Gefühlswelt widergespiegelt hat - und mir war es möglich, sie zu formulieren, sie in keinen Rahmen zu sperren, ihnen aber ein Gesicht zu geben - sei es auch nur ein Portrait Piccassos. Und jetzt? Jetzt besteht alles nur aus Ansätzen, aus stumpfer Gewalt, aus grauen, breiigen, klumpigen, hässlichen Worten - die nicht einmal eine Schönheit in ihrer Perversion haben. GAR.NICHTS. Es hat keinen Tiefsinn, keine Ironie, keinen Charme. Es macht mich kotzen und hassend - und ferner noch verzweifelt.
Ich hoffe, dass es bald vorbei ist - vielleicht kann ich ein halbes Jahr so existieren, dann implodier' ich.
Man hat mir oft gesagt, ich sei in Kopfmensch - nicht im Sinne des Glänzens durch theoretische oder logische Denkstrukturen, sondern, dass ich mir über alles und jeden einen Kopf mache, dass ich mir (un)mögliche Konsequenzen ausmale oder mich innerlich über etwas hinwegsetze, wozu ich jedoch nur schweige.
Für einen Fremden mag das eindeutig sein, aber ich finde es schwer, zu begreifen - manchmal seh' ich in den Spiegel und denke, ich sei hohl, oberflächlich und verhalte mich affig. So wie ich durch mich hindurchsehen kann, so müssen es doch auch andere können. Ich fühle mich dann wie eins dieser nervigen Knobelrätsel, in dem die Metallstäbe ineinanderverschlungen sind, an dem man sitzt und sitzt und sitzt und niemand vermag es, sie auseinanderzubringen, obwohl die Lösung doch auf der sprichwörtlichen Hand liegt, obwohl ich mir doch in allem schlüssig vorkomme - vielleicht bin ich den anderen fremd, wie sie mir fremd sind.
Vielleicht sagt Mama deshalb zu mir, ich habe ein zweites Gesicht.
Mein Kopf ist gerad' ein wenig leer,
d'rum mach' ich euch 's Leben nicht schwer.
Und so end' ich meinen Blog,
vielleicht gibt's Leser für's nächste Wort.
Adiós!
Lisa x
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